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Presseartikel

Großzügige Spenden für gute Zwecke

Burgmagerbein Er war ein rundum gelungenes Fest, als Familie Luise und Sebastian Klarmann Gastgeber für den agrarpolitischen Abend der BBV-Kreisverbände Dillingen und Donau-Ries mit Bauernpräsident Gerd Sonnleitner war.

Spendenübergabe

Vorausgegangen war eine Maiandacht im Freien, bei der die neue Glocke der Kapelle der Familie Klarmann durch Pfarrer Gerhard Krammer geweiht wurde. Der Dank von Sebastian Klarmann galt besonders der Auerquelle Bissingen, der Original Kesseltaler Blasmusik, Pfarrer Krammer, der Feuerwehr, allen Kuchenbäckerinnen sowie allen Helfern des Festes, zu dem knapp 1000 Besucher kamen. Aus dem Erlös der Bewirtung überreichten Luise und Sebastian Klarmann je 1000 Euro für die „Kartei der Not“ und für die Dorfhelferinnen-Station Dillingen sowie 490 Euro für den Zeltlagerplatz des Kreisjugendrings auf dem Michelsberg bei Fronhofen. (vN)

www.donau-zeitung.de  vom 18.06.2010

 

 

Plädoyer für bäuerliche Landwirtschaft

Von Peter von Neubeck

Bissingen. Volksfeststimmung auf dem Leitenhof: Wie man auch ernste Themen humorvoll unters Volk bringen kann, bewies am vergangenen Freitagabend der Präsident des Deutschen und Bayerischen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner. Mit Blasmusik und rhythmischem Geklatsche wurde er auf die Bühne begleitet. Und als er in seinem leidenschaftlichen Plädoyer für die Zukunftsfähigkeit der bäuerlichen Landwirtschaft das kurz zuvor gereichte Bier umstieß und von Moritz Fürst zu Oettingen-Wallerstein ein neues erhielt, meinte Sonnleitner humorvoll: „So hochrangig bin ich noch nie bedient worden. Danke Euer Gnaden!“

Premiere für Pfarrer Gerhard Krammer

Vorausgegangen war dem agrarpolitischen Abend in der Maschinenhalle eine Maiandacht im Freien, in der die neue Glocke der Kapelle der Familie Klarmann geweiht wurde. Für Pfarrer Gerhard Krammer war es eine Premiere: „Die Glocke erinnert uns daran, dass wir alle von Gott Gerufene sind.“ Bei einem Hofrundgang schauten sich die Ehrengäste, unter ihnen auch MdB Ulrich Lange, Rainer Hönl vom Raiffeisen-Genossenschaftsverband als Sponsor und Franz Jall von der Raiffeisenbank Bissingen, Schwabens BBV-Präsident Leonhard Keller, die Kreisbäuerinnen Hannelore Schmid und Ruth Meißler (Donau-Ries), Kreisobmann Karl Wiedenmann (Donau-Ries) und Moritz Fürst zu Oettingen-Wallerstein sowie Ehrenkreisbäuerin Angela Rieder das sehenswerte Oldtimermuseum von Sebastian Klarmann an.

BBV-Kreisobmann Hermann Kästle dankte dem Landfrauenchor und der Original Kesseltaler Blasmusik für die Umrahmung und mit Blumen bzw. einem „Vitaminkorb“ bei Luise und Rita sowie Sebastian Klarmann. Ein Bekenntnis zur Unterstützung der bäuerlichen Landwirtschaft legte Landrat Leo Schrell ab, der betonte: „Die Landwirtschaft ist das Rückgrat unserer ländlichen Räume, und wenn sie nicht mehr zukunftsfähig sind, sind wir es auch nicht.“ Bissingens Bürgermeister Michael Holzinger beklagte, dass die Regulierungswut in der Agrarpolitik überhandzunehmen drohe. Rainer Hönl wies auf die gewachsenen Verbindungen zwischen Raiffeisenbanken und Landwirtschaft hin. Im vergangenen Jahr hätten die Raiffeisen-Volksbanken in Bayern 42 000 Kredite mit einem Gesamtvolumen von vier Milliarden Euro ausgegeben.

Die gute alte Zeit hat es nie gegeben …

Gerd Sonnleitner betonte, dass die Agrikultur ein „stabilisierendes Element in der Gesellschaft“ darstelle, machte aber in seinem lebendigen Vortrag, der immer wieder von persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen aus der eigenen Landwirtsfamilie durchzogen war, auch deutlich: „Die gute alte Zeit, die gibt es nicht und die hat es nie gegeben.“ Er sprach sich eindeutig für eine gemeinsame europäische Agrarpolitik aus. Immer mehr Auflagen, Verordnungen und Behinderungen und immer weniger Fördergelder seien allerdings der falsche Weg. Angesichts der Nahrungsmittel, die noch nie so billig gewesen seien, wie heute, sagte der Präsident: „Die Menschen leben eigentlich im Paradies. Die Einzigen, die vertrieben wurden, sind die Bauern.“ Er spielte damit auf die niedrigen Einkommen an, die bei 1540 Euro brutto pro Hofbeschäftigtem in Bayern lägen. Das Volumen von 60 Milliarden Euro für den agrarischen EU-Haushalt müsse deshalb unbedingt gehalten werden. Investitionshilfen und Ausgleichszahlungen benötige man als „Sicherheitsnetze, wenn die Märkte Chaos spielen“.

In der Öffentlichkeit müssten die Verdienste der Landwirtschaft um Artenvielfalt, Naturschutz und regenerative Energien stärker herausgestellt werden, anstatt die Bauern zu Sündenböcken für Versagen der Politik und der Gesellschaft zu machen. Bauern seien im Gegensatz zu „Kasino-Kapitalisten“ nicht auf kurzfristige Gewinne aus. Sonnleitner ist „für Eigenverantwortung in die Märkte hinein“, allerdings müsse der Staat helfen, wenn die Not groß sei.

Seine Berufskollegen forderte der Redner auf, bei Biogasanlagen unternehmerisch zu denken: „Nicht vergessen, dass in zehn bis 15 Jahren die Nahrungsmittelpreise viel höher sein werden.“ Insgesamt forderte er von der Politik mehr Augenmaß und fügte an: „Wenn man mir vorschreiben will, wann ich im Frühjahr pflügen darf, gebe ich meinen Meisterbrief zurück, denn das ist eine Beleidigung.“

Um die Volksfeststimmung komplett zu machen, spendierte der BBV allen anwesenden Frauen noch ein Lebkuchenherz.

Bei uns im Internet:

Maiandacht und Bauerntag auf dem Leitenhof >>>Bilder

www.donau-zeitung.de vom 24.05.2010

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